Küchensch.samen gross...kostenlos

Vergaß ich denn, daß Stern bei Stern versteint
und sich verschließt gegen die Nachbargloben?
Daß sich die Welten nur noch wie verweint
im Raum erkennen? – Vielleicht sind wir oben,
in Himmel andrer Wesen eingewoben,
die zu uns aufschaun abends. Vielleicht loben
uns ihre Dichter. Vielleicht beten viele
zu uns empor. Vielleicht sind wir die Ziele
von fremden Flüchen, die uns nie erreichen,
Nachbaren eines Gottes, den sie meinen
in unsrer Höhe, wenn sie einsam weinen,
an den sie glauben und den sie verlieren,
und dessen Bildnis, wie ein Schein aus ihren
suchenden Lampen, flüchtig und verweht
über unsere zerstreuten Gesichter geht….

Rainer Maria Rilke

*

Unser Sehnen muss sein:

alle Gefühle zu finden,
die uns befrein.
Tiefer im Ahnen zu werden;
allen weckenden Winden
willige Fahnen zu werden,
die von den Siegern erhoben
auf den Zinnen der Zeiten
oben –
wunderdurchwoben –
Bilder entbreiten.

Rainer Maria Rilke

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