Helmut La. 8

Die Seele unserer Seele

Ich glaube, dass es ein Ideal gibt,
das über der Erde schwebt
und sie durchdringt,
das Ideal des Paradieses,
das keine bloße Schöpfung
der Phantasie ist,
sondern letzte Wirklichkeit,
in der alle Dinge sind
und der alle Dinge zustreben.

Ich glaube,
dass diese Paradiesesvision
uns entgegenstrahlt
aus dem Sonnenlicht,
aus dem Grün der Erde,
aus dem fließenden Strom,
aus der Fröhlichkeit
des jungen Lenzes,
aus dem stillen Frieden
des Wintermorgens,
aus der Schönheit
des menschlichen Antlitzes
und dem Reichtum
menschlicher Liebe.

Überall auf der Erde
ist der Geist des Paradieses wach
und lässt seinen Ruf ertönen.

Er dringt an unser inneres Ohr.

(Rabindranath Tagore)

*

Nichts ist »ewig«,
weder in der Natur
noch im Menschenleben,
ewig ist nur der Wechsel,
die Veränderung.

August Bebel (1840-1913)

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