Ich wache noch in später Nacht und sinne,
wie ich dir etwas Liebes sagen möchte,
daß ich dir einen Kranz von Worten flöchte,
daraus du würdest meiner Sehnsucht inne,

die mich nach deiner Gegenwart erfüllet,
als wär‘ ich nur bei Dir gewahrt vor Sorgen,
als lebt‘ ich nur in Deinem Blick geborgen,
dem teuren Blick, der mich in Liebe hüllet.

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

*

Ich aber bleibe
und werde auf dich warten,
bis in das Wehen
all meines schwarzen Haares
der Rauhreif sich gesetzt hat.

Aus Japan

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