Nächtlicher Gang

Nichts ist vergleichbar.
Denn was ist nicht ganz mit sich allein
und was je auszusagen;
wir nennen nichts, wir dürfen nur ertragen
und uns verständigen, daß da ein Glanz
und dort ein Blick vielleicht uns so gestreift
als wäre grade das darin gelebt
was unser Leben ist.
Wer widerstrebt dem wird nicht Welt.
Und wer zuviel begreift dem geht das Ewige vorbei.
Zuweilen in solchen großen Nächten
sind wir wie außer Gefahr,
in gleichen leichten Teilen den Sternen ausgeteilt.
Wie drängen sie.

Rainer Maria Rilke
Aus: Nachlass, Vollendetes.

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