Im März

Märzsonnenschein … Die Kätzlein schnurren
im Hof und putzen jedes Haar.
Im Holz die wilden Tauben gurren
grad so verliebt wie vor‘ges Jahr.

Noch stehen kahl die Buchenäste,
es hat vor kurzem noch geschneit,
und schon geht in der roten Weste
der Buchfink wieder auf die Freit.

Der Hase duckt im Kohl sich nieder
und winkt der Häsin zärtlich zu.
Die Jungens suchen sich schon wieder
die Mädel mit und ohne Schuh.

Ich sah sich heute zwei verstecken,
es ging schon etwas auf die Nacht.
Gott Amor sitzt in allen Ecken,
der Lausbub reibt die Hand und lacht.

Adolf Ey (1844-1934)

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