Geschlossenen Auges lass mich gehn,
mein Schicksal,
bis der Tag vorüber,
der trüb und trüber
sich umzieht.
Nicht sehn,
nicht hören!
Wie die Maske sieht
aus leeren Löchern
und den Wogenschall
die Muschel fängt,
nur so noch lass mein Leben sein,
indes
die Seele tief in Schlummer liegen mag,
bis sie ein besserer Tag
zu neuem Blühen
drängt.

Christian Morgenstern (1871-1914)

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