Unter den Masken

Oh, wie sie mich irritierten!
Doch nun kenn′ ich ja das Spiel –
unter lauter Wohlmaskierten
ging ich simpel in Zivil:

Trug nicht bunte Faschingstrachten
so wie sie das ganze Jahr –
und sie stutzten, und sie lachten,
weil ich ohne Rückhalt war,

ohne heimlichste Gedanken,
ohne schlauen Hintergrund –
hu, wie wirrte das die Kranken,
dass ich blank war und gesund!

Und es wussten Herrn und Damen
keine Rettung aus der Not:
Als, dass sie für Maske nahmen,
was ich ihnen ehrlich bot.

Hanns von Gumppenberg (1866 – 1928)

*

Leider habe ich den vorigen Beitrag
„Masken“ von Hermann Claudius entfernt,
da dieses Gedicht noch nicht gemeinfrei ist.
Trotzdem Aaron und Uli, danke für’s Sternchen.

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